Donnerstag, 16. April 2015

Easter Break [Geburtstag, Ostern, Killarney]

Als Begrüßung heute: eine Weisheit für's Leben.
Teil 1: In Irland gibt es Mücken.
Teil 2: Teil 1 ist extrem wichtig, sollte man sich bei Sonnenuntergang an einen See begeben.
Immerhin weiß ich jetzt, was ich vergessen habe: Autan und Fenistil.

Anyway: Die letzten beiden Wochen waren Osterferien und die ersten 2-3 Tage habe ich so wenig gemacht, dass ich abends kaum einschlafen konnte :D Letzten Mittwoch hatte ich Geburtstag (ja, das war der 1. April und ja das ist extrem lustig. Ein Aprilscherz und so. Fertig gelacht, weiter im Text), und was macht man da so, wenn man das erste Mal in Ferien Geburtstag hat? Genau, um 8 Uhr den Wecker klingeln lassen! Naja, ich wollte eben an dem Tag mit einer deutschen Freundin nach Galway fahren und ich brauchte ja genug Zeit, mein Paket auszupacken und diverse Karten zu lesen (in der Zeit vom 30. März zum 3. April hat meine Gastfamilie ca dreimal so viel Post bekommen wie sonst  -  alles meins :D). Ich werde jetzt drauf verzichten, meine Geschenke in allen Einzelheiten zu beschreiben, aber es waren sehr coole Sachen und sehr viel Schokolade dabei :)
Irgendwann bin ich dann runter gegangen um zu frühstücken. Meine eine Gastschwester saß schon am Tisch und hat Hausaufgaben oder so gemacht. Kein Happy Birthday oder so aber ich dachte mir mal, kann ja sein dass die es nicht mit bekommen hat und war mir nicht sicher, ob ich was sagen sollte oder nicht, hab mir dann aber gedacht "Naja sie wird es schon mitkriegen". Dann kam mein Gastvater runter, hat auch nichts in die Richtung gesagt. Ich dachte "Also mit dem hab ich aber vor zwei Tagen noch drüber geredet, mehr kann ich auch nicht machen".
Als nächstes kam meine Gastmutter, die auch nichts gesagt hat. Da hab ich mir überlegt, es einfach sein zu lassen und selbst so zu tun als wäre nichts. Kann ja immernoch der gute alte "Wir tun mal so als hätten wir deinen Geburtstag vergessen"-Aprilscherz sein. Aber irgendwie war ich schon traurig. Jedenfalls bin ich dann wieder nach oben und hab meine Tasche geholt, komm wieder in die Küche und dann steht da so ein riesiges Paket in Geschenkpapier mit 'ner Karte oben drauf, sie hatten's also doch nicht vergessen :D Das Geschenk war dann ein großes Schokoei und eine kleine Schachtel Pralinen von Dairy Milk (also nicht so fancy alkoholische Trüffel-Nougat-Pralinen, sondern so welche die auch wirklich mal schmecken, halt so normale, aber extrem gute Schokolade mit crunchy-Zeug und Erdbeercreme und sowas drin). Lebt beides übrigens nicht mehr.

Galway war an dem Tag ganz nett, aber wie jeder gute Nachbar ist der Atlantik mal wieder vorbei gekommen...also sind wir im Prinzip von Shop zu Shop gedackelt (Zitat: Das kommt davon, wenn man versucht, neben dem Atlantik zu wohnen). Keywest waren also natürlich auch nicht in der Fußgängerzone :(

Von Ostern habe ich nicht viel mitbekommen. Hier ist das wohl mehr so ein Familienfest wo man zB mit der ganzen Familie essen geht und einige schenken sich diese großen Ostereier, aber nicht viel mehr. Meine Gastfamilie hat eigentlich nichts besonderes gemacht, hat mich aber auch nicht so gestört. Ich hab aber meine Laufschuhe und Pilates-Videos ausgepackt und hab mich sehr sportlich gefühlt :P

Ostermontag ging es mit der deutschen Austauschschülerin (die ihr mittlerweile alle kennt :D) für 4 Tage nach...Killarney! Ich weiß, normale Menschen fahren nach Dublin. Ich liebe Dublin, aber ich sag euch, Killarney ist definitiv einen Stop wert (wer sich jetzt fragt "Wovon redet die, ich kenn doch nicht jedes irische Bauerndorf": Killarney ist eine kleine Stadt im County Kerry und vor allem für den angrenzenden Nationalpark berühmt).
Killarney ist wirklich ziemlich touristisch, aber irgendwie schaffen irische Städte es, touristisch zu sein, ohne den nervigen, langweiligen Massentourismus-Touch.
Nach einem Halbmarathon um den Bahnhof zum Busbahnhof, wo die Freundin gewartet hat (der Bahnhof hat zwar nur ein Gleis, grenzt aber an ein Outlet-Center an  -  nicht, dass jetzt jemand auf die Idee kommen würde, das wäre ein ausgewachsener Bahnhof. Cork ist die zweitgrößte Stadt Irlands, und die haben drei Gleise. Just sayin').
Jetzt kommt der irgendwie traurige Part mit dem fröhlichen Ende: Hamburg ist ein Großstadt. Da finde ich mich zurecht. Killarney ist eine kleine Kleinstadt, da finde ich das Hostel nicht. Meine Überzeugung nach liegt das aber an dem irischen System "Wozu sichtbare Straßenschilder, wir wohnen hier schon lange, wir kennen uns doch aus". Gleiches gilt übrigens für die Züge, wenn du umsteigen musst: A nach B, B nach C. Zugnummer? Gleis? Endhaltestelle des Zuges? Warum sollte man das dem Fahrgast online erzählen, man kennt sich ja aus. Wahrscheinlich ist man sogar mit dem Stationsaufseher verwandt, und die Zugpläne bekommt man mit den Genen. Oder so.
Aber jetzt zum fröhlichen Ende. Ich hab bei meinem Handy GPS angeschaltet und hab Google Maps gefragt, wo ich denn bin und wie ich zum Hostel komme. Und ich bekam nicht nur meine Position und den Weg angezeigt, sondern so mit einem Pfeil die Richtung, in die ich bzw mein Handy guckt. Stellt euch das vor, mein kleines Galaxy Young, was das alles kann :D :D
Als wir dann in die Straße eingebogen waren, in der das Hostel liegen sollte (bzw es lag dann am Ende einer winzigen ich-würde-eher-asphaltierter-Weg-als-Straße-sagen Straße) dann das unglaubliche: Hinweisschilder! Sogar mehr als man braucht. Eigentlich war die Lage auch echt super, praktisch direkt im Zentrum und nur 10 Minuten vom Eingang zum Nationalpark.
Wir mussten dann noch ein bisschen auf unser Zimmer warten, haben dann eingecheckt und unsere Sachen hoch gebracht. Ja hoch. Zweiter Stock. Aussicht: Hauswand. Aber das Zimmer war nett (bis auf die Betten, die waren ungefähr so gemütlich wie Yoga-Matten, wobei die hauch dünnen Kissen nicht viel geholfen haben. Aber man hat sich dran gewöhnt und am Ende war es gar nicht mehr so schlimm). Das Bad war (natürlich) ganz am anderen Ende vom Gang (okay, war auch nicht sooo weit. Aber weit genug um durchschnittlich zwei Typen zu begegnen, wenn man morgens aufwacht und erstmal ins Bad möchte. Aber das Gute an den Typen war, dass die fast alle anderen Zimmer belegt haben und wir deshalb das Frauenbad die ersten zwei Nächte für uns allein hatten).
Am ersten (halben) Tag sind wir nur ein bisschen rum gelaufen, haben uns Killarney angeguckt und sind auf der Suche nach Supermac's und Centra ne halbe Stunde ne langweilige Hauptstraße lang gelatscht, um uns dann doch nichts zu essen zu kaufen.

Dienstag waren wir erstmal beim Frühstück, was eigentlich nur aus zwei verschiedenen Cornflakes, Toast und drei oder vier Sorten Marmelade bestand (und natürlich Tee und Kaffee), aber ich kann mit Cornflakes ja prima überleben. Danach haben wir uns auf die Suche nach eine Karte vom National Park gemacht, was gar nicht so einfach war. Letztendlich haben wir bei der Touri-Office gefragt, wo wir dann auch eine ganz gute bekommen haben. Nach einem Stop bei Tesco, bei dem wir uns Brötchen und Wasser als Proviant gekauft haben (Leben am Limit und so :D Nee, waren halt so "coole" Brötchen, zB mit Käse und Zwiebeln, nicht dass jetzt jemand sagt "Die armen Kinder leben von Wasser und Brot" :P), sind wir die zehn Minuten zum National Park gelaufen und erstmal Richtung Ross Castle gegangen. Dieser Park ist so wunderwunderschön :O Sogar die Berge (ja, richtige BERGE, nicht mein das-ist-größer-als-ein-Deich-also-ist-es-ein-Berg) waren schön, und ich mag eigentlich keine Berge. Nachdem wir eine Rehherde gesehen und einen super süßen Fluss überquert haben, sind wir dem Schild "River Walk to Lakeshore" gefolgt, weil ich mir dacht, hey lake klingt doch ganz nett. Von dem See wollten wir dann auch gar nicht mehr weg, der war sooo schön <3 Man muss dazu sagen, wir hatten sogar eine irische Hitzewelle: 20°C und Sonne mehr als einen Tag lang. Und am Dienstag war es definitiv am schönsten, ich bin sogar im Top und mit Jeans auf 7/8 Länge gekrempelt gewandert.
Als wir irgendwann doch von dem See los gekommen sind, sind wir auf einem kleinen Umweg zu Ross Castle gelaufen, was im Prinzip nur noch ein dicker Turm und ein paar Mauern ist, aber es war schön und perfekt für eine Mittagspause.
Später sind wir (diesmal auf dem direkten Weg) von Ross Castle zurück gelaufen.
Abends sind wir wieder zu Tesco gegangen, um Abendessen zu kaufen. Wir hatten uns überlegt: was können wir machen, das wir nicht machen könnten, wenn unsere Eltern dabei wären? Meine Rebellion war ein Uncle Ben's Fertiggericht, so ein Curry das man in die Mikrowelle packt, dann Soße über den Reis und fertig. Ich muss sagen, ich hab noch nie besser rebelliert :D Ich hab das Ding am nächsten Tag gleich wieder gekauft^^ Außerdem haben wir uns noch ein Packung Potato Waffles geteilt, die für beide Abende gereicht hat. Um den Ofen an zu kriegen mussten wir aber immer jemanden von der Rezeption holen :D :D Das war so ein Gas-Ofen, wo man hinten Streichhölzer rein werfen musste damit das Gas angeht und naja der war irgendwie ganz komisch. Mit der Mikrowelle bin ich dafür zurecht gekommen *stolz sei* :)

Mittwoch haben wir eine Hop-on Hopp-off Tour mit dem Bus gemacht (wir sind aber die ganze Zeit im selben Bus geblieben). Eigentlich wollten wir nur zum Torc Waterfall, aber durch die Tour warne wir dann noch an einem ziemlich coolen Aussichtspunkt, nochmal bei Ross Castle, eben dem Wasserfall und noch Muckross House (das ist ein Landhaus am Rand vom National Park mit unendlich viel Garten drum herum) und es war auch schön, noch ein bisschen mehr zu sehen.
Abends waren wir zum Sonnenuntergang  am See und haben Fotos gemacht, was megamegamega schön war, mir aber auch meine 30+ Mückenstiche eingebracht hat (die Viecher haben durch meine Chucks durch gestochen dafuq).

Donnerstag haben wir ausgecheckt, konnten unser Gepäck aber noch im Hostel lassen und sind nochmal in den National Park gegangen, wo wir auf einer Wiese ein bisschen gelesen habe. Zum Lunch waren wir in einem coole Burger-Restaurant und gegen Mittag sind wir schon nach Hause gefahren. Mein Zug hatte dann erstmal Verspätung, aber zum Glück hat der Anschlusszug gewartet sonst hätte ich zwei Stunden auf dem anderen Bahnhof rum hängen müssen.






In den restlichen Tagen ist auch nicht mehr viel passiert, außer dass das Wetter ein bisschen schlechter wurde. Aber mittlerweile ist es schon wieder besser. Heute waren wir in den letzten drei Stunden auf dem Gelände vom Sportclub, wo einige Fußballfelder sind (1 oder 2 große und 2 kleine, eingezäunte) und wo wir für PE, also Sportunterricht, meistens hingehen. Viele haben natürlich Fußball gespielt, aber ich saß mit einigen anderen auf dem einen großen Feld rum weil es echt schön warm war, eigentlich "nur" um die 18°C aber die sind schon alle ganz verrückt geworden wie heiß es wäre und so :D
Außerdem waren wir heute in der Grundschule "nebenan" (ca 3min zu Fuß) und haben da mit einer Gruppe Kinder Spiele gespielt und Lieder gesungen die irgendwas mit Gott und so zu tun haben weil die meisten Kinder hier mit 7 oder 8 erste Kommunion machen. Das war auch ganz niedlich, aber ich hatte die ganze Zeit keinen richtigen Stuhl sondern habe auf dem Rand von so einer Bücherkiste gehockt, zudem musste ich mich dabei auch immer drum kümmern, dass man mir nicht unter den Rock gucken kann...das war im Großen und Ganzen ein bisschen ungemütlich :D

Samstag, 28. März 2015

No phones in the Coláiste - irische Schule

Hier gibt es mal den längst überfälligen Post über die Schule in Irland (bzw was mir grade so dazu einfällt) :)
An so gut wie allen Schule herrscht Uniformpflicht, wobei die Uniformen sehr unterschiedlich sein können. Ich finde, die unserer Schule ist okay: Zwar ist der Pulli grundsätzlich zu groß und die Regenjacke ist der reinste Sack, aber immerhin dürfen wir Mädchen im Winter Hosen tragen und auch die Röcke sind überhaupt nicht schlimm. Ich habe Schülerinnen gesehen, die mit engen Businessröcken oder wiederum mit knöchellangen Exemplaren klar kommen müssen (unserer ist kurz-über-Knie lang und kariert), oder Jungs mit Krawatte und Pullunder.
Es gibt auch sehr viele rein Jungs-/Mädchenschulen, meine ist allerdings gemischt (sonst hätte man in dem kleinen Dorf zwei Schule mit ja circa 100 Schülern - finde den Sinn) so dass ich da leider keine lustigen Insiderinfos bieten kann.
Die Fächer hier sind definitiv anders: Jeder Schüler hat Maths, English und Irish verpflichtend. Ansonsten gibt es Kurse wie Home Economics, Construction/Woodwork, Technical Graphics, Agricultural Science, Business und "normale" Sachen wie Music, Biology, Arts, History usw. Es sind nicht alle Fächer in allen Jahrgängen wählbar und im TY hat man sowieso irgendwie andere Fächer (zB Social Skills und Mini Company), also erzähle ich jetzt einfach mal zu ein paar Fächern einige Dinge, die mir aufgefallen sind:

Construction: In diesem Fach sind wir in der Holzwerkstatt, momentan bauen wir Spiegel, bzw. dir Rahmen, die dann auf einer Basis stehen und sich drehen können...ziemlich grottige Beschreibung, ich weiß. Ich mag den Design-Part (bei dem ich so langsam auch mal angekommen bin), aber das Löcher bohren, abmessen und zusammen kleben finde ich eher nervig (vor allem, weil ich ja dezent unerfahren bin (ich hab mal im Grundschulalter höchst kreative Holzspielzeuge für mein Kaninchen gebaut :D) und für jeden Schritt zu meinem Lehrer rennen muss, der irgendwie auch nicht so recht zu wissen scheint, was er mit mir anfangen soll).
Social Skills: Ab und zu reden wir über Dinge wie Beziehungen usw., oft wird die Stunde aber auch dazu genutzt, den organisatorischen Müll abzuladen, der über die Woche liegen geblieben ist.
Life Skills: Gefällt mir meistens richtig gut! Im Prinzip ist es Kochen/Backen, aber wir mussten auch schon ein Essay über Fast Food schreiben. Bisher haben wir viel gebacken, was ich eher schade finde da ich relativ gut backen kann und lieber mehr übers Kochen lernen würde, andererseits sind die Rezepte fast immer gut und praktisch, unter anderem haben wir Brot und Mikrowellenmuffins (böse, ungesunde Mikrowelle hin oder her, als schnelle Antwort auf "Ich brauch Schokolade" ist das super) gebacken.
Computers: Ähm ja NEIN :D Momentan arbeiten wir an Präsentationen über unsere Ausflüge im TY. Nicht alle Schüler wissen, wie man einen USB-Stick benutzt oder Bilder kopiert. Soviel dazu.
Maths: Wahrscheinlich von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich, aber Fakt ist, wir machen grade Sachen, die ich letztes Jahr gemacht habe. Es sind viele Sachen dabei, die ich nie gelernt habe, die aber größtenteils sehr einfach sind und deren Zweck ich selten verstehe :D
Music: Wir machen ziemlich oft praktische Sachen mit Klavier und Ukulele (ja, Ukulele :D). Ich habe am Anfang ein paar Mal Ukulele probiert und es war auch lustig, aber im Endeffekt bleibe ich doch liebe beim Klavier. Die Praxis sowie die Theorie ist verhältnismäßig einfach und die Lehrerin, die auch unsere Klassenlehrerin ist, gehört zu meinen Lieblingslehrern.
Irish: Ungefähr mein Lieblingsfach, da es für mich praktisch eine Freistunde ist :D Ich muss nur irgendwie anwesend sein, ansonsten lese ich meistens oder schreibe Postkarten.

Das sind natürlich nicht alle mein Fächer, aber zu den anderen fällt mir nichts zu erzählen ein (ich könnte natürlich herrlich über Lehrer lästern, aber das finde ich ziemlich daneben).

Hier ist es oft so, dass die Lehrer im Unterricht ziemlich einschüchternd und streng wirken, aber in der Pause geben sie dir 'nen Euro damit du ihnen einen Schokoriegel kaufen gehst und sind generell total nette Persönlichkeiten.

Im TY habe ich fast keine Hausaufgaben und der Druck ist meistens auch nicht wirklich groß. Aber wenn ich mir die anderen Schüler angucke...die haben hier unglaublich viele Bücher, die unglaublich fett sind. Beispiel: Ich hab einen, meiner Meinung nach ziemlich normalen, Rucksack von Dakine. Würde ich hier in einen anderen Jahrgang gehen, müsste ich mir wohl einen anderen Rucksack kaufen.
Auch sind Tests häufiger, außerdem werden die Arbeiten, die komplett/hauptsächlich (keine Ahnung wie das läuft) die Zeugnisnote bilden, mehr oder weniger alle in einer Woche geschrieben, ähnliches gilt für Junior Cert und Leaving Cert (Abitur). Da gefällt mir das deutsche System, bei dem die Arbeiten deutlich mehr verteilt sind, schon besser, auch wenn ich hier von dem Druck kaum betroffen bin.

Meine Schule ist außerdem so klein, dass wir keine Turnhalle besitzen. Entweder räumen wir die Assembly Hall auf und spielen Badminton (bzw aufgrund von Schläger- und Platzmangel sitzen 70% der Leute nur rum) oder, was meistens der Fall ist, wir gehen zum örtlichen Sportgelände und spielen Fußball (zum Glück habe ich auch hier Wesen meiner Art gefunden, die Angst vor Bällen haben, die sich bewegen :D Wir spazieren/joggen meistens um den Fußballplatz bis die Lehrerin uns vergessen hat und setzten uns dann irgendwo hin oder bleiben einfach stehen).
Dem aufmerksamen Leser ist natürlich aufgefallen: Wo zieht ihr euch denn dann um?
Badezimmer.
Wobei Badezimmer irgendwie zu gehoben klingt :D Ein winziger Raum mit Toilettenkabinen, Waschbecken und Spiegeln. Es ist zwar sauber, aber irgendwie wirkt es trotzdem...dreckig :D Naja es ist definitiv überlebbar und das Schulgelände ist so alt, dass am anderen Ende des Dorfes bereits eine komplette neue Schule gebaut wird. Also lohnt es sich auch nicht, eine Turnhalle zu bauen und die Toiletten zu renovieren.

Heute war ja Praktikum, also war ich *trommelwirbel* im Schulbüro! (Wer gedacht hat, ich hätte es mal geschafft zur Eselfarm zu wechseln, hat definitiv ein falsches Bild von meiner Tatkraft und Selbstdisziplin. Außerdem mag ich's im Schulbüro.) Die Lehrer hatten einen coffee morning, d.h. jeder hat etwas gebacken und mitgebracht. Die nette Sekretärin hat mir einen Anteil vorbei gebracht und ich glaube, manche Lehrer wären als Köche besser aufgehoben :P
Nach der (vorgezogenen) Lunch Break war der school walk. Jeder Schüler (außer meiner ach so hart im Büro arbeitenden Wenigkeit und einigen anderen unwissenden Menschen) musste etwas bezahlen (for charity natürlich) und dann sind wir, größtenteils mit Leuchtwesten bekleidet, losgezogen. Thema Leuchtweste: Ich hab natürlich eine in der Größe "Grundschule" abbekommen, die nicht über meinen Mantel gepasst hat, weshalb ich sie einfach nur über meine normalen Klamotten gezogen hab und Mantel drüber (ich sah immer noch aus wie ein Würstchen). Dann werde ich immerhin nicht von vorne überfahren, dachte ich mir :D Jedenfalls hab ich mich an die beiden anderen ATS und meine irische Freundin aus dem 5th Year gehängt (ich: I feel like skipping. Sie: Let's skip this - und wir sind 'ne Runde los gehüpft :D)
Nach dem Walk haben die zweiwöchigen Osterferien angefangen *yey*. Bisher werde ich nach Galway und Killarney fahren, mal sehen was sich sonst noch so ergibt :) Bis bald und freut euch schön, wenn ihr auch ausschlafen dürft ;)

Samstag, 21. März 2015

Galway & St Patrick's Day | Halbzeit

14.03.
So, während mein Laptop fröhlich ratternd eine CD kopiert, erzähle ich doch mal von heute...
Heute morgen stand ich um zwanzig nach neun an der Bushaltestelle und hab auf die Linie 51 nach Galway gewartet. Im Bus habe ich mich mit zwei anderen deutschen Austauschschülern (wer hat beim Mid Term Break - Post aufgepasst? Richtig, die waren das) getroffen. Alleine schon der Ausblick auf der Fahrt war die drei Stunden sitzen wert! So schööön und irisch :) 
Erste Aktion in Galway? Die Toilette am Bahnhof/Busstation suchen. Glaubt mir, die ist nur was für kluge Leute XD Aber wenn man einmal auf dem richtigen Weg ist, ist das Schild nur noch schwer zu übersehen.
Danach sind wir gewohnt planlos erstmal los gelaufen und relativ schnell bei einem Supermac's gelandet, wo es erstmal Mittagessen gab.
Danach ging es weiter durch die Innenstadt, und wisst ihr, was das Problem war? Nehmen wir mal Limerick: Man latscht so durch die hübschen Straßen, trifft auf eine, die nicht so hübsch ist, also dreht man wieder um und geht woanders lang. In Galway läuft das nicht, weil es einfach überall hübsch ist ;D
Früher oder später sind wir in der Haupt-Fußgängerzone gelandet und haben dort Musik gehört, also auf dorthin. Eine fünfköpfige Band hat Uptown Funk gecovert, was echt gut war, aber leider kann ich Uptown Funk nicht leiden. Wir haben dann noch auf den nächsten Song gewartet, Geld in den offenen Gitarrenkoffer geworfen und ich habe, während sie gespielt haben, fröhlich gefilmt und der Bassist hat Grimassen für mich geschnitten, wobei ich noch nicht weiß wie viele davon ich gut drauf habe.
Als die Band eine Pause eingelegt hat, haben wir nach kurzer Diskussion zusammengelegt und uns ein Album (The Message) von ihnen gekauft, was wir von allen unterschreiben haben lassen.
Also, die Band heißt Keywest und unsere Mission ist ab sofort, Street Team zu spielen und sie zu verbreiten. Ihr wisst Bescheid :D Facebook, Twitter, die ganze Bandbreite.
Außer rum laufen und gucken haben wir in Galway auch nicht mehr viel gemacht, aber das hat super gepasst :)
Die letzte halbe Stunde saßen wir in einem Park und haben über sinnvolle Dinge wie den natürlichen Coolheitsbonus von Studenten geredet.

St. Patrick's Day

Your friends are on the phone now it's so close to Paddy's Day
Für alle, die es nicht wissen: Das ist der irische Nationalfeiertag. Da sich die Iren aber über die ganze Welt verteilt haben, werden am 17. März diverse Städte grün.
Da Dublin natürlich die ultimative Paddy's Day-Location ist, hat meine Organisation einen Trip für uns Austauschschüler organisiert. Am Montag bin ich nach der Schule mit zu einer befreundeten ATS gelaufen um bei ihr zu übernachten, da sie in dem Dorf wohnt, wo unsere Schule ist und wo wir am nächsten Morgen abgeholt wurden.
Ihre Gastfamilie war auch super nett und es war interessant, mal einen anderen irischen Haushalt zu sehen.
Am nächsten Morgen ging es um 7:15 zum (Mini)Bus. Es saßen schon vier andere im Bus und wir waren nochmal drei und irgendwie kannten wieder irgendwelche Leute irgendwelche anderen und naja wie auch immer jedenfalls :D
Nach ca 1/2h Fahrt sind wir in einen größeren Bus umgestiegen, der dann auch fast voll war. Und wieder kannte jeder jemanden der jemand anderes kannte...außer ich XD Ich kannte ja nur zwei die etwas entfernt gesessen haben und so saß ich die ersten 20min nur 'n bisschen rum, bis mich die Italienerin hinter mir angesprochen hat. Was macht man so mit Italienern? Deutsch reden :D
Die kam halt aus dem Norden aus einem Teil, wo die Leuten eben Deutsch sprechen, aber mit österreichischem Akzent (in Irland trifft man Italiener die österreichisches Deutsch reden - kleine Welt und so).
Jedenfalls war das richtig nett und die dreistündige Fahrt war gar nicht so nervig. Unsere Organisation war mit zwei Bussen unterwegs und die deutsche Freundin aus Cork war natürlich im anderen Bus *_* Aber etwa eine Stunde vor Dublin haben wir an einer Raststätte angehalten, wo nach einiger Zeit auch der andere Bus ankam, wo sogar noch eine andere Deutsche drin war (wisst ihr noch, das Mädchen, das ich am Flughafen getroffen hab, das ich vorher schon kannte?). Im Endeffekt waren wir ungefähr 45% Spanier, 50% Italiener und 5% der Rest :D 
Während dieser Pause hat dann jemand Facepaint ausgepackt und bis Dublin hatte jeder eine Flagge oder ein Kleeblatt im Gesicht (ich hatte meinen grünen Irland-Pulli und eine grüne Regenjacke an und ein Zopfgummi mit grünem Flatterzeug, außerdem meine Flagge in der Tasche und bis zur Pause hatte ich mich total overdressed gefühlt :D Aber nach und nach haben alle ihre "Verzierungen" ausgepackt).
Nach einer weiteren Stunde Fahrt (während der eine Gruppe Spanier vor mir saß, deren Musikgeschmack ich leider nicht so wirklich geteilt hab) sind wir in Dublin angekommen, wo ich meine Fahne zu einem "Umhang" umfunktioniert und mich mit den beiden Deutschen in die Menge gestürzt habe.
Es ist echt schwer zu beschrieben, es haben sich tausende von Menschen an die Absperrungen gedrängt, mit grünen Hüten, Facepaint, Fahnen, das ganze Programm. Auf die Parade haben wir ungefähr eine Stunde (glaube ich) gewartet, aber dadurch hatten wir ziemlich gute Plätze (bis dann der Mann vor uns meinte, er müsste sein Kind auf die Schultern setzen und das Kind meinte, es müsste einen Hut aufsetzen. Wir konnten immernoch ganz okay gucken, aber bitte, der war doch schon erste Reihe wozu braucht der noch höher?).
Die Parade an sich ist auch relativ schwer zu beschreiben aber es waren richtig coole Kostüme und Wagen dabei (die hier übrigens echt von echten Menschen geschoben wurden - die taten mir ein bisschen leid, die Dinger müssen echt schwer gewesen sein).
Nach der Parade sind wir ein bisschen die Hauptstraße runter gelaufen und ich sage euch:
Diese
Stadt
War
VOLL!
Ich fand das echt cool, weil alle irgendwie grün anhatten und gut drauf waren (80% wahrscheinlich schon mindestens angetrunken, auch wenn Alkohol wohl bis drei Uhr gesperrt war).
Nach dem wahrscheinlich besten BBQ-Burger der Welt und einem kleinen Fotoshooting am Liffey ging es gegen 4:00 Uhr wieder zum Bus und zurück in den Süden.

Halbzeit
Am Patrick's Day war auch Halbzeit. 73 Tage war ich in Irland, in 72 würde ich nach Hause fliegen. Komische Sache. Wenn ich daran denke, nach Hause zu kommen, macht mich das fröhlich. Wenn ich daran denke, hier weg zu gehen, macht mich das traurig. Ich nehm mir demnächst mal 'n bisschen Zeit und schreib dazu was ordentliches auf, aber jetzt möchte ich das hier erstmal veröffentlichen, das ist längst überfällig :D
Bilder kommen definitiv noch dazu, erinnert ich dran, falls hier Anfang April noch keine sind. Aber ich muss erstmal gucken ob mein Internet dazu reicht (das muss in letzter Zeit nämlich ganz schön leiden).





Donnerstag, 26. Februar 2015

Mid Term Break [Reiten, Pancake Tuesday, Cork, Dublin, Cliffs]

Mittlerweile ist die Ferienwoche schon vorbei :( Aber ich denke, im Prinzip kann ich mich echt nicht beklagen. Aber von Anfang an:
Vorletzten Samstag, am ersten Ferientag, war ich endlich mal reiten! Auf Rizzle, dem netten Mini-Tinker der Nachbarn. Obwohl ich auch die folgenden drei Tage dort war, bin ich bis jetzt nur Schritt und wenig Trab auf der Wiese geritten, der Boden macht mir irgendwie Angst weil der so nass und uneben ist aber naja zum kennen lernen muss man meiner Meinung nach eh nicht gleich im Galopp durch die Gegend heizen.
Rizzle ist jedenfalls meistens sehr lieb und ganz gut zu reiten, also ich hätte es auf jeden Fall schlechter treffen können.

Am Dienstag war dann Pancake Tuesday. Das ist eine Art Feiertag, da am Mittwoch darauf die Fastenzeit begann (praktischerweise fastet bei mir niemand richtig). Ursprünglich wurde Pfannkuchen gegessen, weil die eben Sachen wie Eier und Milch, die während der Fastenzeit vergammeln würden, aufbrauchen. Mittlerweile ist es einfach eine Tradition. Statt Apfelmus gibt es Zitronensaft und Zucker (das ist so traditionell, in Wirklichkeit gibt es auch Sachen wie Nutella und Eis), was eigentlich auch viel leckerer ist XD
Bei uns war der Pfannkuchenteig ein gekauftes Pulver in einer Plastikflasche, zu dem man Milch gegeben hat, einmal durchgeschüttelt, fertig. Dafür hat meine Gastfamilie aber so eine coole Crepe-Platte und die Pfannkuchen waren am Ende auch echt lecker.

Am Mittwoch bin ich dann nach Cork gefahren und habe mich mit zwei Freundinnen aus Deutschland getroffen, die ich beide vom VBT kenne. Eine wohnt im Moment in Cork City und die andere in County Clare auf dem Land.
Den Tag haben wir mit shoppen (ich habe endlich eine große Irlandfahne :D), rumlaufen und einer viel zu käsigen Pizza verbracht (wir musste die Tomatensoße suchen).
Abends ist das Mädchen aus Clare mit mir zu meiner Gastfamilie gefahren und hat dort die nächsten zwei Nächte übernachtet (mein riiiiiesiges Bett hatte endlich mal einen guten Nutzen :P).
Ist euch schonmal aufgefallen, wie kurz der Film Madagascar ist?

Am nächsten Morgen sind wir artig um 7:15 Uhr aufgestanden um nach tadaaaaa Dublin zu fahren!
Im Zug haben wir das Mädchen aus Cork getroffen und sind netterweise ohne Zwischenfälle nach Heuston Station gekommen. Von dort aus sind wir zum Guiness Storehouse gelaufen (nach rechts drehen, dann links, rechts, links XD).
Dort haben wir unsere Tickets gekaufen und sind brav die Rolltreppe hochgefahren, wo uns ein netter Guide gefragt hat, ob wir einen Audio Guide haben wollten. Nachdem wir ja gesagt hatten, hat er uns an eine Seite des Raumes geführt, wo man sich die Teile abholen konnte und hat auf dem Weg gesagt, wenn wir gut englisch können, können wir uns auch die englische Tour anhören, was wir im Endeffekt auch gemacht haben (bzw eigentlich war es nur eine Introduction in dem "Foyer" in dem wir waren).
Diese introduction hat dann weniger Minuten der nette Mitarbeiter gemacht (ich schwöre drauf das er aussah wie Andrew Garfield XD) und es ging im Wesentlichen um den Pachtvertrag für die St. James's Gate Brewery, den Arthur Guiness vor ich-weiß-schon-nicht-mehr-vor-wie-vielen-hundert-Jahren unterschrieben hat, um das Gebäude in dem wir waren (das größte Pint-Glas der Welt) und generell das wir alle sehr willkommen waren und so, war auf jeden Fall cool! Sláinte :)
Die Guiness-Ausstellung danach war auch gut gemacht und größtenteils ziemlich interessant.
Danach konnte man in diesem Pint-Glas-Haus ganz nach oben fahren (auf den Etagen waren noch verschieden Sachen, die aber meistens etwas mit Guiness trinken zu tun hatten und nur für 18+ waren) in die Gravity-Bar. Das ist ein runder Raum mit einer Bar in der Mitte. Die Außenwände waren aus Glas, so dass man Dublin komplett überblicken konnte. Jeder hat ein Freigetränk bekommen und die Aussicht war einfach richtig schön.
Zusätzlich haben sie dann noch Rusty Halo von The Script gespielt :D
Zurück auf dem Boden des Pint-Glases waren wir noch im Shop und ich habe mir ein cooles T-Shirt gekauft. Der Verkäufer war total cool, hat erstmal gefragt wie mein Tag war und so, aber so ist das hier einfach :)



Als wir grade wieder auf der Straße standen ist uns aufgefallen, dass wir gar kein Foto vor der typischen Fotowand gemacht haben, aber zum Glück haben wir noch ein schönes großes Tor gefunden, auf dem Guiness drauf stand, das hat auch gereicht.
Also, auch wenn man nicht 18 ist, sollte man unbedingt ins Guiness Storehouse gehen :)
Danach sind wir mit der LUAS in die Stadt gefahren, haben bei Supermac's (eine Art irisches McDonald's) gegessen und zum Trinity College gelaufen.
Von dort aus waren wir noch in Temple Bar, was ziemlich cool ist, wie eine kleine eigene Stadt finde ich, auch wenn es wirklich nur ein paar Straßen sind.

Nach ein bisschen weiter rumlaufen ging es dann auch schon zurück zu Heuston Station und in den Zug, der auch ohne unnötige Stops durchgefahren ist.
Abends waren wir im Prinzip nur noch müde :D

Am nächsten Morgen wurden wir gegen neun Uhr morgens ins nächste Dorf gefahren, da wir mit bei dem Reiseunternehmen Paddywagon eine Tour zu den Cliffs of Moher mit einigen Zwischenstopps gebucht hatten (die Freundin in Cork war schon in Cork eingestiegen). In dem Dorf haben wir erstmal zehn Minuten in der Kälte gewartet, bis wir einen Paddywagon-Kleinbus auf der anderen Straßenseite gesehen haben.
Hingestiefelt, Tür geöffnet.
Falscher Bus.
Der Fahrer (der mit zwei Gästen auch auf Passagiere gewartet hat) wusste aber, dass wir auf seinen Kollegen warten und hat uns in seinem Bus sitzen lassen, bis wir umsteigen konnten. Fand ich super :D
Als wir dann mit der Freundin aus Cork, zwei weiteren Frauen und unserem coolen Fahrer (Zitat am Ende des Tages "If you've liked the tour, my name is Tony Murphy. If you didn't like it, my name is Simon and what tour are you talking about") in unserem Kleinbus saßen, sind wir erstmal zu einem Shoppingcenter in  Limerick gefahren, wo noch andere eingestiegen sind, so dass wir letztendlich 14 waren.
Auf der Fahrt zum nächsten Halt (ich glaube, das waren schon die Mini-Cliffs) hat Tony immer ein bisschen was historisches erzählt, wenn wir grade durch einen passenden Ort gefahren sind und das war ziemlich interessant und gut zu verstehen.
Unterwegs hatten wir von Sonne bis strömenden Regen eigentlich auch jedes Wetter bis auf Schnee und Gewitter, purer Sonnenschein wäre ja viel zu langweilig und nicht-irisch :D

Die Mini-Cliffs sind im Prinzip einfach Klippen, aber total schöne und gar nicht so klein. Im Vergleich zu den Cliffs of Moher waren sie definitiv weniger touristisch und man konnte einfach überall rum klettern, wo man wollte. Es hat zeitweise etwas getröpfelt, aber es kam auch immer wieder die Sonne raus und alles in allem sollte man sich die Mini-Cliffs auf keinen Fall entgehen lassen :)



Der nächste Halt war Doolin, ein kleines Dorf in der Nähe der Cliffs of Moher, wo wir in einem Pub Lunch essen konnten. Wir drei hatten alle Nudeln mit Tomatensoße. Ja, sehr kreativ und experimentierfreudig. Aber sie waren lecker :D
Danach war es nur noch eine Fahrt von ca 15min zu den Cliffs of Moher und auf dieser Fahrt hatten wir einen der schönsten Ausblicke den man wahrscheinlich haben kann *-*
An den Cliffs of Moher ist es auf jeden Fall touristischer als an den Mini-Cliffs, aber trotzdem mega schön und beeindruckend :O
Wir hatten richtig schönes Licht und konnten tolle Fotos machen. Zwischen dem Weg, der die gesamten Klippen entlang führt, und dem "Abgrund" ist eine Mauer die zwar aus Naturstein ist, aber trotzdem nicht wirklich schön. An viele Stellen kann man drüber klettern, da auf der anderen Seite auch noch genug Platz ist, trotzdem war es gruselig ohne Begrenzung 200m über dem Nordatlantik zu stehen. Ich habe zwar keine Höhenangst, bin aber nach den Fotos lieber wieder über die Mauer geklettert, da es auf der unbegrenzten Seite auch noch rutschig war (und windig sowieso).
Am Ende haben wir auch noch einen richtig schönen Regenbogen gesehen (nein wir konnten nicht zum Ende laufen und nach Goldtöpfen suchen :D).



Nach über eine Stunde ging es wieder zum Mini-Bus und nach Bunratty, ein kleines Dorf in der Nähe von Limerick mit einem Castle. Allerdings hatten wir nur eine halbe Stunde Zeit und haben uns so nicht viel angeschaut.
Abends war ich nur noch müde und habe auch den folgenden Samstag zu Hause verbracht.

Freitag, 13. Februar 2015

Der erste Monat

Jetzt ist also schon über ein Monat vergangen.
Das ist jetzt das Klischee, aber es ist wahr: Es fühlt sich an, als wäre ich schon jahrelang hier und gleichzeitig erst eine Woche. Am merkwürdigsten ist es wenn ich zum Beispiel denke (und das passiert mir oft): Okay, morgen ist Donnerstag. Da hab ich Science. Warte, das kann nicht sein ich hatte doch erst vorgestern Science.
Sowas passiert mir in Deutschland nie so krass.
Aber darum soll es jetzt gar nicht so viel gehen, sonst wird das hier viel zu lang.
Vorletzten (oder so) Dienstag war ich mit meiner Klasse Airsoft spielen.
Ja, das ist das, wo man mit erschreckend realistischen Waffen mit kleinen Plastikkügelchen aufeinander schießt.
Ja, die Lehrer haben mitgespielt.
Ja, es hat ein bisschen weh getan, wenn man getroffen wurde.
Nein, hier hat keine Gruppe von Eltern den Aufstand geprobt, die Schule würde aus ihren unschuldigen Lieblingen potenzielle Terroristen machen.
Naja jedenfalls wurde wir in der Anlage in drei Gruppen geteilt die jeweils 10 Schüler umfassten bzw in meiner Gruppe waren 9 Schüler und ein Lehrer.
Diese Gruppen wurden dann wieder in jeweils zwei "befeindete" Teams unterteilt.
Meine Gruppe war als letztes an der Reihe. In einem ziemlich kahlen Raum haben wir Gesichtsmasken und Waffen bekommen (fragt mich nicht, was das für Waffen waren...sie waren groß und schwarz und für meinen Geschmack zu realistisch) und sind dann in eine Halle gegangen, in der eine Menge "Häuser" aufgebaut waren. Die meisten waren nur vier zusammen gestellte Wände ohne Dach mit zwei oder drei Fenstern (ohne Glas, logischerweise).
Ein langes Haus hatte noch ein Obergeschoss und es gab zwei oder drei Propellerflugzeugwracks (Kekse für alle, die das Wort beim ersten lesen verstanden haben).
Jedes Team hatte eine Base und beim ersten Spiel ging es nur darum, zu überleben. Wer getroffen wurde, musste mit erhobener Hand zur Base gehen, zehn Sekunden warten und durfte wieder mitspielen. Wer dreimal getroffen wurde, ist ausgeschieden (ist aber nicht passiert).
Als das Spiel begann, hab ich probeweise in paar Mal geschossen und hab mich dann fast die gesamte restliche Zeit in einem Haus versteckt :D
Beim zweiten Spiel (es war ein Kanister versteckt worden und jedes Team musste versuchen ihn zu finden und zur Base zu bringen) wurde ich einmal getroffen, aber es war eigentlich ganz okay weil die Kügelchen wirklich klein sind. Falls ihr einmal Airsoft spielt kann ich euch aber empfehlen, so viele Schichten an Klamotten wie möglich anzuziehen, das dämpft die Teile.
Jedenfalls haben wir alle überlebt (auch wenn ich es extrem gruselig fand, alleine mit einem Gewehr da rumzurennen und zu wissen, dass um einen herum andere Leute mit Gewehren sind, die man aber nicht sieht).
Nach dem Airsoft sind wir ins Thomand Park Stadion gefahren, das ist das Stadion von Munster Rugby. Dort wurden wir durch die Umkleidekabinen etc geführt und waren in dem kleinen Museum. Ich muss sagen, die Kabinen sind schon fast unfair :D

Ausstattung der Gästekabine:
-1 Raum mit einer umlaufenden Bank an der Wand, drüber Harken
-1 Massageliege
-11 Duschen
-2 (?) Badewannen

Ausstattung der Home-Kabine (also wo Munster Rugby sich umziehen etc):
-1 Raum für Manager, Coach usw mit Bank und kleinem Fernseher für letzte Spielanalysen
-1 Raum mit 2 oder 3 (oder mehr?) Massageliegen und einer Eismaschine für Eisbäder (wofür auch immer das gut sein soll)
-sehr viele Duschen und (ich glaube) 4 Badewannen
-1 Raum zum Umziehen, wo jeder Spieler sein eigenes "Abteil" für sein Zeug (wie man das aus dem Fernsehen/Internet von den Fußballkabinen kennt) mit Kühlschrank und Internetzugang

Man will es halt den eigenen Spielern möglichst bequem machen und den Gästen möglichst unbequem.

Letzten Samstag bin ich relativ spontan mit sieben anderen ATS nach Kinsale gefahren.
So, und damit man das versteht, spulen wir mal zurück zum Donnerstag davor. An meiner Schule im 5th Year sind ja noch zwei andere ATS und die haben mich Donnerstag gefragt, ob ich mit ihnen und ein paar anderen nach Tralee fahren will. Ich hatte zwar keine Ahnung, wer noch mitkommen würde und Tralee kannte ich nur aus Ansagen im Zug, aber ich hab einfach ja gesagt (solange wir auf dieser Insel bleiben ist mir das Ziel im Prinzip egal, ich will alles sehen :D).
Am nächsten Tag habe ich nachmittags bei der einen ATS aus Italien angerufen bzw letztendlich sie mich (beim ersten Versuch haben ich und mein nicht kalibriertes Handy den Anruf vorsichtshalber sofort beendet^^)  und sie hat mir gesagt, wo mein Gastvater mich am nächsten Tag hinfahren sollte (ihre Gasteltern haben mich mit zum Bahnhof genommen und deshalb hat sie mir gesagt, wo sie wohnt (sowas wie "Musterstraße 10" gibt es hier nicht, hier wird mit Sachen gearbeitet wie "deine Gastmutter weiß, wo ich wohne, sie hat mal eine andere ATS hier abgesetzt zur Party von XY")). Dann hat sie noch gesagt, dass das Reiseziel in Kinsale geändert wurde, ich hab den Namen allerdings nicht verstanden und meiner Gastmutter später nur gesagt "Es fing mit K an und es kam ein I drin vor".
Am nächsten Morgen am Bahnhof kam dann folgende Gruppe zusammen: 1 Deutsche (surprise, surprise), 1 Slowakin (sagt man das so?), 1 Schweizerin (die französisch gesprochen hat), 2 Spanier und 3 Italiener.
Ich hab dann auch erfahren, dass wir nach Kinsale fahren (nicht, das der Name mir irgendeine Orientierung gegeben hätte, hab im Zug erstmal Google gefragt).
In Kent Station Cork sind wir in den Bus nach Kinsale umgestiegen. Logischerweise brauchten wir ein Return Ticket, aber da der Bus auf dem Rückweg nur bis zur Main Bus Station in Cork fahren würde, hat der Busfahrer uns Tickets aber der Bus Station ausgestellt, was fast 2€ billiger war. Fand ich voll nett :D
Auf dem Weg nach Kinsale (der durch die allerschönste, irischste Landschaft ever führt) hat der Bus auch am Flughafen von Cork angehalten, wo ich in 4 Monaten abfliegen werde. Komisches Gefühl irgendwie :O Naja verlaufen werde ich mich da jedenfalls nicht^^

In Kinsale haben wir erstmal die Tourist Office um einige Flyer erleichtert und sind dann zum Charles Fort gelaufen, das etwas außerhalb lag. Einige fanden den Weg nervig, aber meiner Meinung nach war der der echt schön.
Der Eintritt in das Fort hat dann leider Geld gekostet, einige aus der Gruppe sind einfach über die Mauer geklettert aber ich bin mit einigen anderen draußen geblieben, man hat eigentlich auch so genug gesehen.
Zurück in Kinsale haben wir uns aufgeteilt und in kleineren Gruppen gegessen und Kinsale besichtigt. Ein paar fanden das eher langweilig weil "in Kinsale halt nichts ist". Naja wenn man nach Irland fährt kann man halt nicht New York City erwarten, ich fand Kinsale richtig schön.

















Um fünf sind wir alle mit dem Bus zurück nach Cork gefahren und haben uns dort wieder in zwei Gruppen aufgeteilt. Ich bin mit vier anderen losgelaufen um ein asiatisches Restaurant zu suchen, das eine Art All-you-can-eat Buffet haben sollte.
Problem: Nur zwei von uns waren vorher einmal dort gewesen und wussten weder Adresse noch Namen des Restaurants.
Auf gut Glück sind wir also losgezogen und so teilweise in *ähem* interessante Gegenden mit *äheeem* interessanten Leuten gekommen.
Fast zurück auf der Main Street sind wir an einem mexikanischen Café vorbeigekommen und irgendjemand meinte, dass das ja auch gut aussehen würde. Ein Mann, der zufällig grade an uns vorbei lief, hat uns dann aber gleich informiert, dass das Café okay, aber nicht richtig gut wäre. Das fand ich total lustig, in Deutschland juckt das keinen, wo irgendwelche Fremden eventuell essen gehen.
Auf der Main Street dann haben wir eine Frau angesprochen, ob sie ein asiatisches Restaurant in der Nähe kennen würde. Sie wusste keins, aber wieder kam ein junger Mann zufällig vorbei und beschrieb uns den Weg zu einem Restaurant (das wir im Endeffekt nicht gefunden haben, was aber nicht schlimm war).
Das ist schon cool hier, du musst nur einmal "Hilfe" piepsen und findest garantiert jemanden. Wahrscheinlich reicht es schon, ein bisschen verwirrt zu gucken. Ich mag das :D
Nach einer halben Stunde haben wir schließlich gefunden, was wir gesucht haben, und sogar Leute wie ich, die, nett ausgedrückt, nicht grade Fans von Sushi & Co. sind, haben genug zu essen gefunden.

Um acht, 20min bevor unser Zug abfahren sollte, haben wir uns auf den Weg zum Bahnhof gemacht. Um viertel nach acht haben wir dann angefangen zu rennen, um um 20:23 Uhr völlig fertig in der Station anzukommen.

In der kein Zug gewartet hat.
Und wir dachten, der Zug wäre der letzte Zug des Tages gewesen, da das einer der Spanier gesagt hatte.
Ich war noch nie so froh herauszufinden, das jemand unrecht hatte.
Im Endeffekt mussten wir nur eine halbe Stunde warten und sind dann mit einem S-Bahn ähnlichen Zug zurück gefahren.

Letzten Donnerstag waren wir Mädchen aus meinem Jahrgang auf so einer Veranstaltung á la " Mädchen in wissenschaftlichen Berufen sind ganz toll und wichtig und bla". Dort, in eine Art großer Sporthalle, war eine Bühne, auf der ca. eine Stunde lang Vorträge und ein Frage-Antwort-Runde waren, mehrere Stände von verschiedenen Firmen und tadaaaa gratis Frühstück :D Wir haben uns erstmal mit Getränken und Muffins/Croissants ausgestattet, bevor die Vorträge etc begannen. Auf jedem Stuhl vor der Bühne waren kleine Tüten mit Wasser, Süßigkeiten und sogar In-Ear Kopfhörern :O Ziemlich cool würde ich sagen, denn die sind gar nicht soo schlecht und meine anderen sind fast kaputt :D
Nach den Vorträgen hatten wir noch ein bisschen Zeit, zu den Ständen zu gehen. Theoretisch sollten wir uns schön informieren, doch wie die meisten anderen haben wir nur die Werbekugelschreiber eingesammelt XD Eigentlich finde ich das blöd, nur das gratis Zeug mitzunehmen, deshalb stand ich meistens hinten und hab die anderen ein bisschen reden lassen und die haben mir dass meistens einen Kuli mitgebracht :D Ich hab jetzt jedenfalls fünf neue Stift und ein Lineal.
Am selben Tag hatten wir Drama, also Theater, und ich habe halb freiwillig, halb von einem anderen Mädchen geschubst, sogar bei einem kleinen Stück mitgespielt :) Es war kein richtiges spielen, wir mussten im Prinzip nur ablesen und ein bisschen schauspielern und im Endeffekt hat das eigentlich echt Spaß gemacht. Es war ein Stück für nur zwei Leute und ziemlich kurz und ich durfte schön fluchen :D

So, nachdem ich 10 Tage lang an diesem Post geschrieben habe... :D Es kam halt immer noch was dazu. Eigentlich möchte ich noch einen Post über die Schule hier schreiben, aber jetzt ist erstmal eine Woche Mid Term Break, also wird der nächste Beitrag vermutlich darüber.

Mittwoch, 4. Februar 2015

My Love ~ Dublin [30.01.2015]

And we travel on the subway like it was the LUAS-line
Change the Hudson to the Liffey where we kissed for the first time
Turn the city into Dublin yeah wherever we may be
It's alright 'cause tonight
We're gonna paint the town green

Der Tag begann um 5:45 Uhr, als mein Handy mich aufgeweckt hat. Zum Glück hatte ich meinen Lunch größtenteils schon am Abend vorher gepackt, so dass ich nicht mehr viel zu tun hatte, bis meine Gastmutter, meine italienische Gastschwester und ich zum Bahnhof gefahren sind. Dort haben meine Kunstlehrerin und die Kunstkurse aus den zwei Jahrgängen über mir (und ein Junge aus meiner Klasse, der auch mit wollte) gewartet haben. Der Zug kam verhältnismäßig pünktlich und die Fahrt war ziemlich ereignislos und die meiste Zeit leider recht dunkel.
Im Hauptbahnhof in Dublin (Dublin Heuston) sind wir erstmal gefühlte 2km am Gleis entlang gelaufen, bis wir aus dem Gebäude auf die Straße gekommen sind, wo auch gleich die LUAS-Haltestelle war (die LUAS-Line ist die Straßenbahn in Dublin).
Ich hab mich voll gefreut LUAS zu fahren, auch wenn das eigentlich nicht wirklich besonders war :D
An der Haltestelle Abbey Street sind wir ausgestiegen und  -  waren in Dublin.
Seit über einem Jahr wollte ich in diese Stadt und da war sie  -  so schön und besonders wie ich sie mir vorgestellt hatte (The Script waren an dem Tag leider nicht inbegriffen, sonst hätte dieser Post mit AAAAAAAAAAAAAAAH angefangen).
Zuerst sind wir zum Trinity College gelaufen. Auf dem Weg war ich komplett beschäftigt, gleichzeitig zu versuchen, alles zu sehen und mitzubekommen, zu filmen und fotografieren und die Gruppe nicht zu verlieren (die Ergebnisse, was das filmen und fotografieren angeht, sind entsprechend^^).
Trinity College sah anders aus, als ich es mir vorgestellt hatte, war aber ziemlich beeindruckend. Zuerst sind wir durch eine kleine Ausstellung gelaufen und haben dann das Book of Kells angeguckt. Das fand ich ein bisschen unspektakulärer als seinen Ruf, aber die Bibliothek danach hat das mehr als wett gemacht.


Nach einer kleinen Pause, die ich mit einigen anderen bei Costa, einem Starbucks-Verschnitt, verbracht habe, sind wir zum National Museum of Ireland (auf irisch übrigens Ard-Mhúsaem na hÉireann und nein ich habe mich nicht verschrieben :D) gegangen. Die Ausstellungen dort waren teilweise ziemlich interessant, auch wenn ich (wie immer) nicht wirklich viele der Infotexte gelesen habe.

Nach einer recht ereignislosen Mittagspause ging es in die Kunstgalerie. Die war zwar ganz nett, aber für mich eine Sache von fünf Minuten. Die meiste Zeit saß ich mit einer anderen Austauschschülerin irgendwo rum und hab mich mit ihr unterhalten, bis es dann wieder zur LUAS Haltestelle ging.
Der Zug war dieses Mal ziemlich überfüllt, aber ich glaube, ich habe aus meiner Sardinenposition heraus die Guiness Brauerei gesehen :)
Am Bahnhof Heuston hatten wir dann noch etwas Freizeit, wodurch ich auf die dumme Idee gekommen bin, mir White Hot Chocolate zu kaufen. Das Zeug war überteuert und hatte den Geschmack eines flüssigen Marshmallows mit Geschmacksverstärkern (Hinweis: Ich hasse Marshmallows :D).
Am Gleis musste wir dann noch ewig auf den Zug warten (okay es war eigentlich gar nicht so lange (glaub ich) aber wir waren alle müde und wollten nur noch sitzen).
Tja, hätten wir gewusst, was uns erwartet, hätten wir uns das mit dem einsteigen wahrscheinlich zweimal überlegt.
Nach ca. einer Dreiviertelstunde hielt der Zug dann in Portarlington (wer sich jetzt denkt "Wo ist bitte Portarlington?": Es ist eine Dreiviertelstunde von Dublin entfernt und hat immerhin eine Bahnstation :D). Und hielt.
Und hielt.
Und hielt.
Nach etwa einer halben Stunde kam dann die Durchsage, auf der Strecke sei ein Zwischenfall passiert und man wisse nicht, wann der Zug weiter fahren könne.
Etwas später wurde dann angekündigt, es würden Busse organisiert werden, die uns zur nächsten Haltestelle bringen würden, von wo aus wir mit einem anderen Zug weiter fahren würden. Zudem durfte man sich im Bordbistro kostenlos Snacks und Getränke holen. Bis ich mich allerdings dorthin aufgemacht hatte, waren die guten Sachen logischerweise schon weg, aber ich bin noch mit einer Cola (keine wollte gekühlte Getränke) und einem gar nicht mal so schlechten Brownie davon gekommen.
Irgendwann sind wir dann alle aus dem Zug raus und zum Parkplatz vor dem Bahnhof gegangen.
Dann standen wir da. Es war kalt, dunkel und windig und natürlich gab es nicht genug Busse für alle (zumal hinter uns noch weitere Züge gewartet haben).
Ich weiß nicht, wie lange wir dort im Endeffekt standen, aber die meiste Zeit war es gar nicht so schlimm. Ich hatte über den Tag so viele Süßigkeiten und dann noch die Cola und den Brownie gegessen, sodass ich ganz gut drauf war XD
Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen endlich wieder drei Busse, doch der erste war schnell gefüllt, so dass wir in den zweiten gegangen sind. Tja, jedenfalls die erste Hälfte uns. Die andere Hälfte musste in den dritten Bus und ist dort auch nur noch durch einen netten Busfahrer reingekommen, da es eigentlich ein oder zwei Leute zu viel waren.
Die anfängliche Freude über die Wärme im Bus wurde schnell von einem Saunagefühl abgelöst (und damit meine ich nicht den entspannten Teil), was aber in Anbetracht der Fahrzeit von etwa 20min okay war.
An der nächsten Haltestelle mussten wir noch auf den Bus mit der anderen Hälfte unserer Gruppe warten und sind dann in den komplett überfüllten Zug gestiegen, der uns mit gefühlten 1000 Zwischenhaltestellen nach Hause gebracht.
Glücklicherweise konnte ich einen Sitzplatz ergattern, so war die restliche Fahrt ganz okay.
Zurück zu Hause musste ich mich von meiner italienischen Gastschwester verabschieden, da sie am folgenden Morgen früh zum Flughafen fahren musste um nach Italien zurück zu fliegen.
Die ersten Tage ohne sie waren etwas merkwürdig, aber ich bin einfach froh, dass sie in meinen ersten Wochen hier war weil das vieles einfacher gemacht hat.
Gegen 11 bin ich schließlich in Bett gegangen und damit war mein Dublin-Tag vorbei.
Für mich steht aber fest, dass das nicht mein letzte Besuch in der Hauptstadt war!


Sonntag, 25. Januar 2015

Golf spielen, irisches Laufabenteuer & Kuh-Stories

Da ich grade recht inspirationslos bin, dürft ihr euch erstmal an den Bildern meiner zwei glorreichen Spaziergänge erfreuen :)



























(Falls ihr euch jetzt fragt, was die Sätze auf den Bildern sollen: fragt YouTube.)
Ich weiß gar nicht mehr so genau, wo ich aufgehört habe, also wird das jetzt vermutlich wieder dezent unstrukturiert :D
Letzten Mittwoch waren wir mit der Klasse Golf spielen. Jap das richtige Golf. Allerdings sind wir nicht mit den kleinen Autos stundenlang über grünen Rasen gefahren und haben Bälle gejagt sondern standen in eine Reihe in so "Abteilen" und haben einfach weiße Kugel auf den Rasen geschlagen (in Deutschland hätte ich mir das so vorgestellt: Wir fahren da hin, kriegen 'ne Einweisung wie man den Schläger hält etc. und werden korrigiert. Hier: hinfahren, kurze Sicherheitseinweisung, man geht in Zweiergruppen in so ein Abteil und schlägt einfach wie man Lust hat mit dem Schläger der da zufällig rum liegt. Fand es so aber sehr entspannt.)
Naja, ich hab die Bälle eher irgendwie von mir gekloppt, war froh wenn das Teil weiter als 10m und höher als 20cm geflogen ist :D
Golf an sich macht mir echt nicht wirklich Spaß, aber am Ende bin ich ans andere Ende der Reihe zu meinen ich-würde-fast-Freunde-sagen (:D) gegangen und hab mit denen geredet, das war dann echt lustig (ich musste beim Gruppen-Selfie hinten stehen weil ich eine der größten war. Sowas ist mir noch nie passiert, ich muss sonst immer nach vorne weil ich klein bin XD).
An dem Nachmittags hat mich meine Gastmutter in der nächsten "Stadt" (es ist ein Dorf :D) abgesetzt, wo ich mir Laufschuhe gekauft habe. Das hat mich am Anfang ein wenig überfordert, ich bin dran gewöhnt in Schuhläden von hilfsbereiten Verkäufern bestürmt zu werden und in dieser Laden war bis auf eine Verkäuferin an der Kasse und 2-3 anderen Kunden leer :D Naja irgendwann habe ich dann einen passenden Schuh gefunden und musste dann die arme Verkäuferin auf der Suche nach dem zweiten Schuh durch den ganzen Laden + Lager schicken aber sie hat ihn dann noch gefunden.
Die Schuhe habe ich am Donnerstag (wir hatten frei weil die Lehrer gestreikt haben) danach auch gleich ausprobiert und dabei heraus gefunden: meine Kondition = 0,1.
Also wurde es ein Joggen-Spaziergang-Mix.
Ich lauf also nach einer Renn-Einheit schön die Straße lang, auf einmal ertönt hinter einer Hecke ein lautes, tiefes Bellen, unterbrochen von röchelnden Atemgeräuschen. Ohne Witz, das klang wie ein Mix aus Bulldogge und Deutscher Dogge, pechschwarz, muskulös und blutrünstig. Ich hab gebetet, dass das Tier nicht von dem Grundstück runter kann, allerdings hat es in der Hecke verdächtig geraschelt. Und was kommt raus?
Ein schwanzwedelnder, etwas plüschiger Golden Retriever.
Ich hab den trotzdem vorsichtshalber ignoriert und bin einfach betont ruhig weiter gelaufen und der Kollege hat sich netterweise wieder verzogen.

An dem selben Abend bin ich mit meiner Gastmutter und meiner italienischen Gastschwester zu einer kleinen Farm gefahren, die der Schwester + Familie meines Gastvaters gehört.
Wir sind mit dem Mann dann zum Kuhstall (soweit ich mich erinnern kann sieben Kühe in kleinen, überdachten Paddocks) gegangen und haben das wenige Tage alte Kälbchen angeguckt, das war so süß *-*
Ich bin ja jetzt nicht der größte Kuhfreund aber das war schon cool.
Dort stand auch ein Bulle/Stier (keine Ahnung wie das heißt...eine männliche Kuh jedenfalls, keine Ahnung wie viel Männlichkeit der noch hatte, wenn ihr versteht, was ich meine). Der war riesig und massig, sogar mit Ring in der Nase. Ich war froh, dass zwischen ihm und mir ein Zaun war weil der irgendwie beängstigend aussah, aber als ich ihm durch den Zaun mit einem Finger auf die Nase getippt hab ist der sofort zurück gezuckt :D
Am Freitag war ich in Dublin, dazu schreibe ich aber später einen Post.

Samstagmorgen ist meine italienische Gastschwester nach Hause geflogen, also musste ich mich Freitagabend von ihr verabschieden (sie ist mit meiner Gastmutter Samstag gegen halb 6 morgen zum Flughafen gefahren).
Ich finde es total schade, dass sie jetzt weg ist, bin aber froh, dass sie die ersten drei Wochen mit mir hier war.

Ich finde es irgendwie ziemlich krass, dass ich schon drei Wochen hier bin. In ungefähr einer Woche ist schon der erste Monat vorbei :O
Früher oder später kommt dann jedenfalls der Dublin-Post :)